Emma
Ihrer wurde am 3. 1. 1857 im schlesischen Glatz geboren. Sie wuchs
in kleinbürgerlichen, religiös denkenden Kreisen auf. Die Gleichberechtigung
der Frauen in der Arbeitswelt wurde ein Grundanliegen der gelernten Putzmacherin.
Mit
24 Jahren verließ sie ihren Geburtsort und ging nach Berlin. Dort
organisierte sie sich in der Gewerkschaft und der Sozialdemokratie. Sie
gründete noch im selben Jahr mit einigen anderen den "Frauen-Hilfsverein
für Handarbeiterinnen" und gehörte auch zum Vorstand.
Emma
Ihrer kämpfte unermütlich und mit immer gleicher tief-innerer
Begeisterung für die Sache, an die sie glaubte: die Verbreitung des
sozialen Gedankens im Proletariats und die Aufklärung und Organisation
speziell der weiblichen Arbeiterschaft.
Im
Jahre 1885 gründete sie mit ihrer Freundin Marie Hofmann den "Berliner
Arbeiterinnenverein". Dieser Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen
erzielte schon nach kurzer Zeit große Erfolge. Doch 1886 löste
die Polizei diese Vereinigung auf. Auch weitere Vereine, wie z.B. die Schwesternvereine
und das "Organisationszentrum der Arbeiterinnenbewegung" wurden verboten.
Emma Ihrer aber gab trotz der Verbote nicht auf, sie kämpfte weiter
entschlossen für die Rechte der Arbeiterinnen.
1889
war sie Delegierte beim ersten Internationalen Arbeiterkongreß in
Paris, der u.a. die Arbeitsruhe am 1. Mai beschloß. 1890 gründete
sie eine eigene Zeitschrift für Frauen "Die Arbeiterin", die
erstmals 1891 erschien und später unter dem Titel "Gleichheit"
fortgesetzt wurde.
1893
wurde noch ein Verein zur Förderung der Frauenbildung ins Leben gerufen,
und auch an diesem Projekt war Emma Ihrer beteiligt. Doch diese Vereinigung
wurde ebenfalls von der Polizei verboten.
Erst
der "Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse" konnte
gehalten werden. Auch für diesen Verein setzte sich Emma Ihrer mit
voller Kraft ein, und obwohl sie polizeilich verfolgt, verhaftet und bestraft
wurde, kämpfte sie weiter. Dadurch verhalf sie den Arbeiterinnen zu
einigen Erfolgen.
Sie
starb am 8. 1. 1911 mit 54 Jahren in Berlin. Die Inschrift auf ihrem Grabstein
sagt alles über sie: "Zu Wirken für andere war ihres Lebens
ergiebigster Quell!"
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